Der Farbton Rötel (Farbe 188) aus dem Faber-Castell Art & Graphic Sortiment – im Englischen oft als Sanguine bezeichnet – ist ein absoluter Klassiker mit einer jahrhundertealten Tradition. Schon die Meister der Renaissance wie Leonardo da Vinci oder Michelangelo nutzten dieses warme, erdige Ziegelrot für ihre Skizzen.
Wegen seiner ungemein natürlichen, organischen Ausstrahlung und der weichen Ästhetik wird Rötel besonders gerne für folgende Motive und Anwendungen gewählt:
1. Klassische Aktzeichnungen und Figurenstudien
In der akademischen Kunst ist Rötel das traditionelle Medium schlechthin für das Zeichnen des menschlichen Körpers.
Lebendige Plastizität: Durch den warmen, hautnahen Grundton lassen sich das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen sowie Licht und Schatten auf der Haut ungemein dreidimensional darstellen. Eine Rötelzeichnung wirkt deutlich lebendiger und wärmer als eine reine Graphit- oder Kohlezeichnung.
2. Porträts und zeitlose Skizzen
Rötel verleiht Porträts einen klassischen ""Alte-Meister-Look"".
Sanfte Schattierung: Der Ton eignet sich hervorragend, um die weichen Übergänge im Gesicht (wie Wangenknochen, Augenhöhlen oder die Lippenpartie) anzulegen. Er wird sowohl für feine, detaillierte Porträts als auch für schnelle, ausdrucksstarke Charakterstudien genutzt.
3. Monochrome Studien & die „Drei-Kreide-Technik“
Rötel ist ein Hauptakteur in der klassischen reduzierten Malerei:
Solo-Monochrom: Hierbei wird nur mit dem Stift 188 gearbeitet. Das Weiß des Papiers dient als Highlight, während durch die Steuerung des Aufdrucks alle Schattierungen bis hin zum tiefen Rotbraun erzeugt werden.
Trois-Crayons-Technik: Eine meisterhafte Kombination, bei der Rötel (188) zusammen mit einer dunklen Farbe (z. B. Schwarz oder Sepia) und Weiß zum Aufhellen auf getöntem (z. B. grauem oder beigem) Papier verwendet wird.
4. Historische Architektur und Urban Sketching
Der natürliche, ziegelrote Charakter der Farbe macht sie zu einem Favoriten für urbane Motive:
Mauerwerk und Dächer: Perfekt für alte Backsteinfassaden, historische Festungen, europäische Altstädte oder mediterrane Terrakotta-Dächer.
5. Naturmotive und geologische Strukturen
In der Landschaftsmalerei fängt der Ton genau die Pigmente ein, die so auch in der Natur vorkommen:
Sandstein und Erde: Ideal für die Darstellung von roten Felsformationen (wie dem Grand Canyon), ausgetrockneten Lehmböden, herbstlichen Waldwegen oder matten Tonkrügen im Stillleben.
Tipp für die Praxis: Der Farbton Rötel (188) entfaltet seine schönste und edelste Wirkung auf getöntem Papier (z. B. in den Farben Kraftpapier-Braun, Sand oder warmes Grau). Wenn du die Schatten mit Rötel anlegst und die Lichtkanten mit einer weißen Kreide oder einem weißen Farbstift aufhellst, entsteht ein verblüffender dreidimensionaler Effekt.
Der traditionsreiche, erdige Ziegelrot-Ton Rötel (Farbe 188) – in der Kunstwelt auch als Sanguine bekannt – entfaltet je nach Medium eine völlig eigene Ästhetik. Da die Pigmentbasis im Faber-Castell Sortiment absolut identisch ist, bestimmt das Bindemittel der jeweiligen Ausführung, wie dieser klassische „Alte-Meister-Ton“ auf dem Papier agiert.
6. Anwendungen mit anderen Stiften Art & Graphic
Hier sind die Besonderheiten der sechs verschiedenen Ausführungen für die Farbe 188:
- Polychromos Künstlerfarbstift - der Spezialist für Präzision, schichtweisen Farbauftrag und detailreiche Randschärfe auf wasserfester Ölkreide-Basis. Die Besonderheit: In der Polychromos-Variante bietet Rötel eine exzellente Deckkraft und einen ungemein cremigen Abrieb. Da die Mine absolut wisch- und wasserfest ist, bleibt jede noch so feine Schraffur stabil auf dem Papier. Das Steuern der Farbtiefe gelingt hier rein über den Aufdruck des Stifts. Ideale Anwendung: Klassische Porträts, anatomische Detailstudien und feinste Texturen bei Backsteinfassaden oder rötlichen Tierfellen.
- Albrecht Dürer Aquarellstift - die perfekte Symbiose aus linearer Kontrolle und der fließenden Eleganz der klassischen Aquarellmalerei. Die Besonderheit: Trocken aufgetragen gleicht er dem Polychromos. Sobald du die Pigmente jedoch mit einem feuchten Pinsel anlöst, verwandelt sich das Rötel in eine ungemein zarte, hochtransparente Aquarelllasur. In der wässrigen Verdünnung kommt der warme, hautnahe Unterton dieser Farbe besonders elegant zur Geltung. Ideale Anwendung: Großflächige, weiche Grundierungen für Aktzeichnungen, sanfte Schattenverläufe in Gesichtern oder die unkomplizierte Untermalung von Landschaften.
- Pitt Pastell Stift - die wachs- und ölfreie Pastellkreide in praktischer Holzfassung – die Ausführung, die der historischen Renaissance-Kreide am nächsten kommt. Die Besonderheit: Da Pastellpigmente lose auf dem Papier liegen, reflektieren sie kaum Licht. Rötel wirkt in dieser Form extrem matt, pudrig und samtig. Die Farbe lässt sich seidenweich mit dem Finger oder einem Papierwischer verblenden, wodurch vollkommen stufenlose, rauchige Schattenübergänge entstehen. Ideale Anwendung: Traditionelle Aktzeichnungen, weiche Porträtschattierungen (z. B. Wangenknochen) und monochrome Meisterstudien auf getöntem Papier.
- Albrecht Dürer Watercolour Marker - die hochpigmentierte Künstlertusche auf Wasserbasis im modernen, mobilen Markerformat. Die Besonderheit: Der Marker liefert im Vergleich zum Stift sofort einen sehr satten, feuchten und plakativen Farbauftrag. Auf Aquarellpapier bleibt die Tinte selbst nach dem Antrocknen hervorragend mit einem nassen Pinsel anlösbar, um den klassischen Rötelton in malerische Verläufe zu ziehen. Ideale Anwendung: Schnelles, expressives Arbeiten im Urban Sketching oder Aktzeichnungen direkt vor Ort, bei denen ein rascher, farbstarker Auftrag gefragt ist.
- Pitt Artist Pen Brush - der Tuschezeichner mit der flexiblen Pinselspitze, gefüllt mit geruchloser, hoch lichtbeständiger Zeichentusche. Die Besonderheit: Die absolute Permanenz. Einmal getrocknet, ist das Rötel wasserfest und schmierfrei. Du kannst mit Aquarell oder anderen hellen Tönen darüberlasieren, ohne dass die gezeichneten Linien verwischen. Über den Druck auf die Pinselspitze steuerst du lebendige Hell-Dunkel-Nuancen innerhalb eines Strichs. Ideale Anwendung: Ausdrucksstarke Skizzen, Modedesign, Illustrationen und Schattierungen im Comic-Bereich mit einem klassischen Farbtwist.
- Pitt Artist Pen Dualmarker - die Evolution des Tuschestifts – ausgestattet mit zwei Spitzen für maximale gestalterische Freiheit. Die Besonderheit: Dieses Tool kombiniert die weiche Pinselspitze für malerische Flächen mit einer metallgefassten 0,8-mm-Faserspitze für exakte Linien. Da die Tinte identisch mit der Brush-Variante ist, sind Kontur und Fläche farblich absolut deckungsgleich. Ideale Anwendung: Technische Grafikarbeiten, detaillierte Architekturskizzen oder feine Kreuzschraffuren im Renaissance-Stil, bei denen präzise Outlines und homogene Flächen im exakt selben Rötelton verlangt werden.
Der Mixed-Media-Vorteil:
Netze die unlösliche Eigenschaft der Pitt Artist Pens, um die grundlegenden Schatten und Linien Ihrer Rötelstudie anzulegen. Danach kannst Du mit dem Albrecht Dürer Aquarellstift weiche Farbflächen darüberwaschen. Die Tusche bleibt stabil stehen und sorgt für eine tolle optische Tiefe. Finalisiere die feinsten Lichtkanten und Details ganz einfach mit dem Polychromos.
Gleiches Pigment, völlig andere Dynamik: Den Farbton rötel gibt es im Faber-Castell Art & Graphic Sortiment in weiteren Ausführungen:
Polychromos Künstlerfarbstift – Ölkreidebasis, wisch- und wasserfest, perfekt für Layering und Detailarbeit.
Albrecht Dürer Aquarellstift – Vollständig wasservermalbar, trocken wie ein Farbstift – mit Wasser zu echter Aquarelllasur.
Pitt Pastellstift – Öl- und wachsfrei, pudrig-weich, ideal für Verbländungen auf strukturiertem Papier.
Watercolour Marker Albrecht Dürer – Hochpigmentierter Aquarellmarker, auf Aquarellpapier reaktivierbar.
Pitt Artist Pen Brush – Permanente, pH-neutrale Tusche, nach dem Trocknen wasserfest.
Pitt Artist Pen Dual-Marker – Pinselspitze + 0,8 mm Faserspitze, ideal für Fläche und Kontur in einem Stift.
Passende Mixed Media Papiere findest du bei uns im Shop.




















